Fototour in Wünsdorf – Das Haus der Offiziere

Vor gut einem Monat habe ich meine zweite Fototour über die Plattform go2know gemacht, über die erste Tour werde ich auch noch berichten. Es ging für mich nach Wünsdorf, in Teile der ehemals verbotenen Stadt. Wünsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Zossen in Brandenburg, sie liegt etwa 40km südlich von Berlin. Die Gegend um Wünsdorf hat eine lang währende Militärgeschichte. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts nahmen die Preußen in der Nähe einen Artillerie-Schießplatz in Betrieb, Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Kasernenanlagen. 1914 entstand die Kaiserliche Turnanstalt, die später zur Heeressportschule wurde. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs nutzten die Sowjets das Areal, das Gelände wurde bekannt als „Das Haus der Offiziere“. In Wünsdorf selbst begann in den 50er-Jahren die Räumung von Wohnungen und Häusern, die durch Wünsdorf hindurchführende B 96 wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt. Es wurden etwa 30.000 sowjetische Soldaten stationiert und bisweilen lebten bis zu 75.000 Sowjets in Wünsdorf, das für alle anderen Sperrgebiet war. Die Geschichte um Wünsdorf ist also interessant, umso mehr war ich auf die Fototour gespannt.

Ein Wanderung hatte mich bereits vergangenen Sommer durch Wünsdorf-Waldstadt und auch an Teilen der ehemaligen Militäranlagen der Sowjets vorbeigeführt. Nun sollte es in die Gebäude des Areals des „Hauses der Offiziere hineingehen: Im Rahmen der Tour konnte das fünfgeschossige Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln, die ehemalige Turnhalle (später Konzerthaus), die Offizier-Speiseanstalt und die Badeanstalt betreten und fotografiert werden. Zusätzlich hätte ich sicher noch einige Motive in den Außenanlagen finden können, hierzu bin ich aber gar nicht mehr gekommen. Die fünf Stunden, die zur Verfügung standen, waren schneller um, als ich denken konnte.  😉

Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln

Russisches Wandrelief

Eingangsbereich des Gebäudes mit ehemaligen Turnhallen

Ehemals Turnhalle, später von den Sowjets zum Theatersaal umgebaut

Ehemals Fechthalle, später Festsaal mit kleiner Bühne

Offizier-Speiseanstalt

Schwimmbecken in Badeanstalt

Hauptgebäude mit Verbindungsbrücke zum Diorama (nicht begehbar)

Insgesamt ist sehr schade, dass die Häuser verfallen, sie haben so viel Potential! Aber nun ein paar Fotos, es fällt mir wirklich schwer, mich auf eine Auswahl zu beschränken. Es gab tolle russische Wandmalereien, Wandreliefs, wunderschöne Treppen, kleine verlassene Räume und große leere Hallen bzw. den Theatersaal … anderseits will ich ungern alle Highlights zeigen, denn vielleicht möchte der eine oder andere sie noch selbst entdecken. 🙂

Die Fotos wurden aufgenommen mit einer Fujifilm X-T2 und einem Weitwinkel-Objektiv von Samyang (12mm F2.0 NCS). Aus meiner ersten Fototour hatte ich (mit etwas Frust ;-)) gelernt und dieses Mal fast alle Bilder in Belichtungsreihen aufgenommen. Das klappt wirklich prima mit der X-T2: Es gibt die Möglichkeit, 2, 3, 5, 7 oder 9 Bilder in einer Reihe aufzunehmen, die Belichtungsabstufung zwischen  den Bildern kann von 1 bis 3 in 1/3 Schritten eingestellt werden. Wirklich wunderbar! Allerdings taste ich mich noch ein wenig an die Architekturfotografie (außen wie innen) heran, um wirklich stets die passende Perspektive zu finden.

Wer übrigens mehr über Wünsdorf und seine militärische Vergangenheit erfahren will, dem stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Garnisonsmuseum Wünsdorf (Militärgeschichte des Standortes von 1910 bis 1945),
  • Museum „Roter Stern“ (Sowjetische / russische Truppen in Deutschland 1945 bis 1994),
  • Besichtigung Spitzbunker („Das Geheimnis der Betonzigarren“).

Zu allem erhaltet ihr hier Informationen Öffnungszeiten und Kontaktnummern.