ExtraSchicht 2017

Mit einiger Verspätung kommt an dieser Stelle mein kurzer Bericht zur diesjährigen ExtraSchicht. Da ich die ExtraSchicht in den letzten zwei Jahren gern besucht habe, bin ich nach unserem Umzug dieses Jahr von Berlin aus zur ExtraSchicht angereist. Die Karten hatte ich erneut im Vorverkauf für annehmbare 12 € erworben. Im Kartenpreis inbegriffen waren wie auch in den vergangenen Jahren die Nutzung des Nahverkehrs in Rhein & Ruhr sowie der ExtraSchicht-Shuttle-Busse.

Wir hatten uns für vorab für zwei Veranstaltungsorte entschieden. Mehr als zwei oder drei Veranstaltungsorte schafft man meiner bisherigen Erfahrung ohnehin nicht. Deswegen empfiehlt es sich, vorher eine Auswahl zu treffen. Wer sich im Vorverkauf die Karten kauft, erhält von RUHR.TOURISMUS zusammen mit den Eintrittsbändern oder kurze Zeit später eine Broschüre mit sämtlichen Veranstaltungsorten und Infos zu den jeweiligen Veranstaltungen zugeschickt.

Die Broschüre enthält auch einen „Mobilitätsplan“, also eine Karte, die die wesentlichen Verbindungen zwischen den Veranstaltungsorten mit Zeitangaben anzeigt. Das ist sehr nützlich, da man sich am besten vorab auch schon einmal grob über die Verbindungen zwischen den Veranstaltungsorten informieren sollte. So erkennt man rechtzeitig, wenn sich bestimmte Veranstaltungen vielleicht nicht gut miteinander kombinieren lassen, weil die Wege einfach zu weit sind.

Dieses Jahr entschieden wir uns für

die Jahrhunderthalle in Bochum

und

den Landschaftspark Duisburg-Nord.

Jahrhunderthalle in Bochum

In der Jahrhunderthalle machten wir uns zunächst auf in den Untergrund – die Katakomben – der Halle („Zeit für Erkundungen“). Es gab hier und da Informationstafeln, aber leider war der Informationsgehalt vor Ort nicht so groß wie wir erwartet hatten. Zeitzeugen, die die Eindrücke ergänzen sollten, haben wir nicht entdecken können. Vielleicht hätten wir uns aber auch mehr Mühe geben und suchen müssen!? Die Lichtinstallationen waren jedenfalls sehr schön.

Anschließend nutzten wir die „Extrazeit für Musik“: In Halle 4 präsentierten sich im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr internationale bekannte Nachwuchstalente aus der Region. Die Künstler spielten jeweils nur ein oder wenige Stücke und wechselten rasch. Die Stücke waren – insbesondere auch von der Stilrichtung – sehr verschieden. Allerdings bin ich zu sehr Laie, um hier detaillierte Einschätzungen abzugeben. 😉

Nach der Musik nahmen wir uns in der Haupthalle auf riesigen Kissenhaufen die „Zeit für Ruhe“. Wir verweilten, sprachen über unsere bisherigen Eindrücke, hingen sehr bequem ab und vertrödelten Zeit! 😉

Nach einer kurzen Kuchen-Stärkung machten wir uns von Bochum aus auf den Weg nach Duisburg. Die Anbindung an die ExtraSchicht-Shuttles klappte ganz gut. Allerdings muss man dazusagen: Trotz vieler Busse im Einsatz sind die Busse eigentlich immer rappelvoll, nichts für Klaustrophobiker. 😉

Landschaftspark Duisburg-Nord

Die Anreise zum Landschaftspark Duisburg-Nord zog sich gerade in Duisburg gefühlt quälend lang hin. Wir kamen gerade noch rechtzeitig kurz nach Beginn des Feuerwerks an. Das Feuerwerk war sehr schön. Viel schöner, als ich es mit der Kamera hätte einfangen können. Da stimmte einfach das Timing bei mir nicht. 🙂

Nach dem Feuerwerk schlenderten wir über das Gelände des Landschaftsparks Duisburg-Nord und meine Begleitung war sehr geduldig. Denn es gab so schöne viele Motive auf dem gesamten Gelände und für alle habe ich mich mit Stativ und Langzeitbelichtungen in Positionen gebracht. Wenn man dann mehrere Variationen aufnimmt, können allein für ein Bild leicht mal 15 Minuten ins Land gehen. All das hat meine Begleitung mit Gelassenheit hingenommen. 🙂

Motiv-Nr. 1: Der Gasometer, der  vorn nun bereits mehr als 20 Jahren zu einem Tauchrevier umfunktioniert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

Motiv-Nr. 2: Der Hochseilparcours in der ehemaligen Gießhalle 2. Der Parcours kann mit einer speziellen Beleuchtung auch im Winterhalbjahr im Dunkeln absolviert werden und bietet sicher ein ganz besonderes Erlebnis! Nähre Infos zu Terminen und Preisen gibt es hier.

Motiv-Nr. 3: Auf der Piazza metallica neben Gießhalle 3 …

Auf dem Cowperplatz wurden auch die Bäume mit Lichtinstallationen fabelhaft in Szene gesetzt. Es war sehr schwierig, die Farben richtig einzufangen. Denn die Farbgebung wechselte kontinuierlich, aber ich musste langzeitbelichten, damit die Kamera auch bei niedriger ISO genug Licht zur Belichtung erhielt.

 

Hinter dem Cowperplatz waren einige Streetfood-Stände zur Verpflegung und Verköstigung. Als wir allerdings um kurz vor Mitternacht dort ankamen, waren die Vorräte – wie es wohl zu erwarten war – fast ausverkauft. Ein paar Tacos und eine Kochbanane mit Honig und Kokosraspeln konnten wir u. a. aber noch ergattern. 🙂

Zum Abschluss noch den Hochofen 5 von hinten: Der Hochofen 5 ist für jedermann frei begehbar und wird auch im Rahmen von Führungen im Landschaftspark stets angesteuert. Leider kamen wir zu spät im Landschaftspark an, um während der ExtraSchicht noch an einer Führung im Hochofen 5 teilzunehmen (die letzte Führung startete 22:15 Uhr). Es gibt allerdings auch außerhalb der ExtraSchicht regelmäßige Führungen. An einer solchen hatten wir bereits vor zwei Jahren teilgenommen.

Neben all den Lichtinstallationen gab es im Park zahlreiche andere Möglichkeiten zum Entdecken und Unterhalten (im Tauchgasometer, in der Biologischen Station, Medaillengießen). Außerdem wurde auf zwei Bühnen im Park Musik gespielt. Während der Chor der Joyful Voices nicht ganz so unserer Stimmung und unserem Geschmack entsprach, verweilten wir bei einer kleinen Bühne vor Gießhalle 3. Hier spielte eine junge Band, deren Namen ich leider nicht weiß, u. a. Songs der Red Hot Chili Peppers, Sportfreunde Stiller … Das Publikum johlte, sang mit, die Stimmung war super!

Fazit

Alles in allem erneut eine sehr schöne ExtraSchicht. Es wäre schön, wenn z. B. die Führungen usw. länger als 22.15 Uhr angeboten werden könnten. Denn wir sind zwar 17.30 Uhr gestartet (die ExtraSchicht-Veranstaltungen beginnen i. d. R. 18 Uhr), aber auch aufgrund von Problemen mit dem Zug, der einfach auf freier Strecke stehen blieb, kamen wir erst kurz vor 19 Uhr an der Jahrhunderthalle Bochum an. Gegen 21/21.30 Uhr stellten wir fest, wie schnell die Zeit verstrichen ist, kamen aber aufgrund der Wege – vor allem in Duisburg – erst kurz nach 23 Uhr im Landschaftspark an. Am besten sollte man die Besuche möglichst genau planen, um so viel wie möglich von der ExtraSchicht mitnehmen/ erleben zu können.