Wandern auf dem NeanderlandSTEIG: Erkrath – Hilden – Garath

Auf meiner Wandertouren-Liste stehen noch einige Etappen auf dem RheinburgenWeg, die auch ganz gut mit dem Öffentlichen Nahverkehr zu erreichen sind. Jedoch nimmt die Anreise dann jeweils doch nicht allzu wenig Zeit in Anspruch und ab einer einfachen Anfahrtszeit von etwa 2 Stunden, ist eine solche Tour als längere Tagestour wenig attraktiv. Darum habe ich nach möglichen Themenrouten in der näheren Umgebung von Düsseldorf gesucht und bin auf den NeanderlandSTEIG gestoßen. 🙂

Der NeanderlandSTEIG ist in 17 Etappen zwischen 7,5 km und 16,7 km aufgeteilt, wobei er durchgehend sehr gut an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden ist.  Auf der Webseite zum Themenwanderweg sind die jeweiligen Haltestellen mit Angabe der Bus- bzw. Bahnlinie für den jeweiligen Start- und Zielpunkt angegeben, was ich wirklich sehr gut und hilfreich finde! Auch lassen sich dort unmittelbar die GPS-Tracks der Routen herunterladen. Alles in allem eine wirklich sehr gute Seite!

Für unsere Tagestour am vergangenen Samstag – die man auch Vier-Seen-Wanerung nennen könnte 😉 – wählte ich die Etappen 11 und 12 des NeanderlandSTEIGs aus. Etappe 11 führt auf einer Länge von 15,3 km von Erkrath nach Hilden und Etappe 12 über 11,3 km von Hilden nach Garath, einem Stadtteil im Düsseldorfer Süden. Sowohl beim Start- als auch Zielpunkt unserer Tour sind etwa 1000 m Zu- und Abweg von bzw. zu der S-Bahn-Haltestelle enthalten. Der nachfolgend eingebettete und verlinkte Track beginnt und endet also unmittelbar an den S-Bahn-Haltepunkten.

Vom S-Bahnhof „Erkrath“ waren es nur 800-1000 Meter, bis wir auf den offiziellen Weg des NeanderlandSTEIGs aufgelaufen waren. Bereits nach wenigen Metern des Weges waren wir mitten zwischen Feldern und Wiesen und konnten einen Blick von oben auf Erkrath und das schöne umliegende Land werfen. Erkrath hat über 40.000 Einwohner und befindet sich geografisch zwischen dem Rheinland und dem Bergischen Land. Die Stadt gehört zum Kreis Mettmann, der laut Wikipedia der Kreis mit der höchsten Bevölkerungsdichte Deutschlands ist (ich bin immer wieder erstaunt, was ich beim Bloggen so lerne 🙂 ). Das Wetter war noch nicht zu warm und nicht zu kalt, es war bewölkt, aber trocken. Für den Nachmittag war ab 15 Uhr Regen vorhergesagt.

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Die ersten vier bis fünf Kilometer führten uns an Feldern und Wiesen entlang und durch den Wald (Düsselauen bei Gödinghoven). Hier waren auch sehr viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs, es scheint eine beliebte Strecke zu sein. 🙂

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Nach etwa fünf Kilometern kamen wir wieder an ein Wohngebiet im Düsseldorfer Stadtteil Unterbach  heran. Es ging zunächst durch den Eller Forst, der mit seinen teilweise asphaltierten Wegen eher einem wilden Park glich.

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Nachdem wir den Eller Forst verlassen hatten, führte uns der Weg ein ganzes Stück am Strandband „Nordstrand“ am Unterbacher See entlang. Spätestens in diesem Moment wurde uns wieder bewusst, wie wenig wir uns doch hier auskennen, weil wir  vom Strandband und seiner Größe völlig überrascht waren. 😉 Segelboote, ein Campingplatz und ein Minigolfplatz, natürlich ein Biergarten und vieles mehr … und beim warmen Sommerwetter am Samstag sehr viele Gäste am und um den See. DSC01585-5 DSC01586-3

Als der Weg schließlich vom See abführte, mussten wir erst einmal ein Stück des Weges in hörbarer Weite parallel zur Autobahn laufen, bevor wir diese dann überqueren konnten. Auch hier trafen wir noch auf einige Fahrradfahrer und Läufer.

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Alsbald kamen wir an den nächsten See, den Elbsee, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Der Elbsee ist ein durch Auskiesung entstandener Baggersee, dessen heutige Seefläche etwa 89 ha beträgt. Der See hat keine oberirdischen zu- oder Abflüsse, sondern wird durch Grundwasser gespeist. Das Seeufer ist überwiegend nicht zugänglich, wobei aber vom Wanderweg einige schöne Blicke auf den See möglich sind. Hier nutzten wir auch die Gelegenheit, um unsere Mittagsrast mit Seeblick zu machen. 🙂

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Nachdem wir uns wieder auf den Weg machten, kamen wir recht schnell am Dreiecksweiher an, der an den Elbsee grenzt und ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Hier befindet sich nah am Wanderweg gelegen ein Aussichtsturm mit schönem Ausblick auf Dreiecksweiher und Elbsee. Weitere Informationen und Eindrücke hier und hier. Der Dreiecksweiher wurde insbesondere aus Gründen des Vogelschutzes als Naturschutzgebiet ausgewiesen, da er mit seinen sandig-kiesigen Ufern, den Wasser- und Waldflächen einen Ersatzlebensraum für einstmals solcher am Rhein vorhandenen Biotope bildet.

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Wir hatten noch nicht ganz die Hälfte unserer Etappe geschafft und wegen des vorhergesagten Regens für den Nachmittag wollten wir noch so weit wie möglich trocken vorankommen. Bald waren wir im Forst Benrath angekommen, während es am Nachmittag immer wärmer wurde. Die Wolken wurden von der Sonne beiseite geschoben und auf manchen Teilstücken kam noch eine sehr hohe Luftfeuchte hinzu, die mich dann an das Tropenhaus im Botanischen Garten erinnerte. 😉 Der vorhergesagte Regen schien zu diesem Zeitpunkt doch noch ein paar Stunden entfernt.

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Am Wegesrand war mit Adleraugen dann auch dieser kleine Geselle zu entdecken …

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Vom Forst in Benrath, auch einem Stadtteil Düsseldorfs, ging es bald in den Garather Forst über. Hier waren die Auswirkungen der seit Wochen andauernden Trockenheit zu sehen. Mancher Waldbach war vollkommen ausgetrocknet und nur noch das sandige Flussbett ließ erahnen, dass hier eigentlich ein Wasserlauf verläuft.

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Schließlich kamen wir nun noch an einem vierten See, dem Oerkhaussee, der auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, vorbei. Der See ist von dichter Vegetation umgeben, aber am Wegesrand gewährt eine Holzhütte  einen schönen unmittelbaren Blick über den See. Tolle Unterwasseraufnahmen aus dem Oerkhaussee könnt ihr hier sehen.

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Nun waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel, die uns wiederum an einem nahezu ausgetrockneten Bachlauf vorbeiführten.

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Ich habe einige Zeit gerätselt, um was für eine Kröte es sich bei diesem kurzen Weggefährten handeln könnte. Nach einiger Suche und mithilfe von einigen Webseiten, die bei der Bestimmung helfen, könnte es sich vielleicht um eine Geburtshelferkröte handeln. Sicher bin ich mir nicht und ich freue mich gern über eine Rückmeldung, wenn es jemand besser weiß. 🙂 Die Augen der Kröte sind senkrecht geschlitzt, weshalb ich eine Erdkröte nach den Bestimmungsseiten im Internet ausgeschlossen habe.

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Aus dem Garather Forst gelangten wir nun nach Garath in ein Wohngebiet und es war nicht mehr weit zu unserem Zielpunkt. Vorher erhaschten wir noch einen schnellen Blick auf „Schloss Garath„.

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Als wir aus der Parkanlage um Schloss Garath herausgelaufen waren, lag nur noch der Weg zur S-Bahn-Haltestelle vor uns. Hier ist es möglich, entweder nach links abzubiegen und zur Haltestelle „Hellerhof“ zu laufen, oder aber den Weg nach rechts einzuschlagen und an der Haltestelle „Garath“ einzusteigen. Beide Haltestellen sind vom Scheidepunkt an der Straße etwa gleich weit entfernt und ausgeschildert.

 

Daten zur Etappe

Die Anreise mit dem Öffentlichen Nahverkehr aus Düsseldorf gestaltet sich recht bequem. Der S-Bahnhof -Startpunkt ist „Erkrath“ (Linie S8), der Zielbahnhof „Hellerhof“ oder „Garath“ (Linie S1). Auf beiden Linien fahren die Bahnen am Wochenende im 30-Minuten-Takt und benötigen ab/bis Düsseldorf Hauptbahnhof nur zwischen 15-18 Minuten.

Der NeanderlandSTEIG ist die ganze Strecke über gut ausgeschildert, wenn die Markierungen auch manchmal etwas unauffällig sind. An manchen Stellen gab es auch mehrere Ausschilderungen, die ein klein wenig verwirrten, wobei ich mich dann schlicht an den GPS-Track auf unserem Garmin hielt. Höhenmeter galt es eigentlich bis auf den Zuweg in Erkrath nicht zu bewältigen. Große Teile des Weges können auch mit dem Fahrrad befahren werden bzw. haben einen parallel verlaufenden breiteren Weg, der häufig für Fahrradfahrer ausgelegt ist.

Der Beginn der Route ist sehr schön. Auch der Weg um den Unterbacher See ist schön, aber – jedenfalls samstags im Sommer – auch sehr belebt. Darum war es schön, dass die Route auf der zweiten Hälfte wieder etwas ruhiger wurde.

Distanz: 27,29 km
Gesamtanstieg: 174 Meter
Gesamtabstieg: 195 Meter

Wanderzeit (4 km/h): 6:50 h